Einladung zum Wiesengrundfest 2017

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Wiesengrundfest 2014

Einladung zum Wiesengrundfest in Wassermungenau.

 

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Beiträge vom letzten Jahr

Die Beiträge aus dem Jahr 2013 sind hier (klick).

Hans Büchler ist 40 Jahre aktiver Chorsänger

Hans Büchler (Rechts im Bild) aus Rittersbach konnte sein 40jähriges Jubiläum als aktiver Chorsänger begehen. Dazu wurde ihm vom Vorsitzenden des Sängerkreises Schwabach, Gerhard Pfann (Mitte im Bild), die Urkunde sowie eine Anstecknadel des Fränkischen Sängerbundes verliehen.

34 Jahre seiner chorischen Laufbahn war Hans Büchler beim Männergesangsverein Frohsinn Wassermungenau aktiv. Doch nicht nur mit seiner Stimme trug er zum Gelingen der musikalischen Auftritte bei. Auch als 2. Vorstand engagierte er sich mit Herzblut für die Umsetzung der Vereinsziele und der Jahresprogramme.
Als Anerkennung hierfür machte sich der komplette Wassermungenauer Chor auf  den Weg nach Rittersbach, und trug einige Liedbeiträge zur musikalischen Umrahmung der Feierstunde bei.

Durch den Umzug mit seiner Familie nach Rittersbach, wechselte Hans Büchler zum dortigen Gesangsverein Liederkranz. Dort leistet er trotz hoher zeitlicher Belastung durch das Führen eines örtlichen Gasthauses auch schon wieder seit 6 Jahren seinen Beitrag als aktiver Sänger.

Die Vorstände beider Chöre sprachen Hans Büchler ihren herzlichen Dank aus.

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Unser Vereinslokal – das Gasthaus Post

Einen großen Anteil am guten Ruf unseres Vereines hat unser Vereinslokal in dem wir uns jeden Montag zur Singstunde treffen. Da wir unsere trockenen Kehlen mit Bier oder Wein kühlen können, haben wir Spaß in den oft schweren Übungsstunden. Und nur wer Spaß hat kann gut singen.

Als unser Verein 1906 gegründet wurde, war unser Vereinslokal schon 159 Jahre alt. 1747 baute der Posthalter Paul Schuler gegenüber der Lammwirtschaft ein neues Gasthaus und nannte es Adlerwirtschaft. Warum er es so nannte sieht man, wenn man die Nordseite des stattlichen Barockhauses betrachtet.

Thurn und Taxis wollten als Postschild einen schwarzen, doppelköpfigen Habsburger Adler anbringen lassen. Das hat aber den Markgrafen von Ansbach nicht gefallen. Der dachte sich, wenn er schon dulden musste, dass Thurn und Taxis mit ihren Postkutschen durch sein Ansbacher Gebiet fahren, kommt als Postschild nur sein roter einköpfiger Brandenburgischer Adler mit schwarz weißem Zollernwappen in Frage. So hat er an einer kaiserlich geschützten Poststation ein Brandenburgisches Wappen anbringen lassen.

Paul Schuler starb 1751 im Alter von nur 39 Jahren. Thurn und Taxis ernannten daraufhin seine Witwe Kunigunde Elisabeth zur Kaiserlichen Reichsposthalterin. 1754 heiratete sie Johann Georg Bär. Er war der Sohn des Kaiserlichen Posthalters von Rückersdorf. 1760 verstarb aber auch sie mit 44 Jahren. 1763 übernahm ihr Sohn aus erster Ehe Christian Schuler wieder die Posthalterei.

1806 kam Wassermungenau mit dem Markgrafentum Ansbach an die Bayerische Krone. Seine Postanstalt wurde deshalb 1808 als Postexpetition in Königlich Bayerische Verwaltung genommen. Der letzte Taxische Posthalter Georg Michael Schuler trat als Königlich Bayerischer Postexpeditor in bayerischen Dienst. Er starb aber bald darauf im Februar 1811.

Im Lauf der Jahre hat sich statt Adlerwirtschaft immer mehr der Name Posthalterei eingebürgert. Und so wurde im Jahre 1808 die Umbenennung in Gasthaus zur Post veranlasst.

Bis 1836 war das Gasthaus dann mit kurzen Unterbrechungen in den Händen der Familie Schuler. 1837 heiratete die Schwester des letzten Posthalters Georg Christian Schuler einen Fuhrmann aus Schwabach, Konrad Martin Thumshirn, der dann zum Kaiserlichen Postexpetitor ernannt wurde.

1882 wurde in der Post die erste Telegrafenanstalt eingerichtet und 1903 eine gemeindliche öffentliche Fernsprechstelle.

1922 war es dann mit der Poststation vorbei. Nach 225 Jahren wurde sie in ein anderes Gebäude in Wassermungenau verlegt. Es war auch das Jahr in dem Leonhard Meyer das Gasthaus übernahm.

Ab 1949 bewirtschafteten sein Sohn Hans Meyer mit seiner Frau Emmi die Post. Er verstarb leider viel zu früh. Jetzt sind es seine Tochter Evi Günther und ihr Mann Hans Günther die das Gasthaus weiterführen.

Ein Höhepunkt in der langen Geschichte des Hauses war der Besuch des Johann Wolfgang von Göthe. Er war auf der Rückfahrt seiner Italienreise und frühstückte am 13. Juni 1788 für 24 Kreuzer.

Seit unser Verein 1906 gegründet wurde, haben die Sänger schon viele schöne Stunden im Gasthaus zur Post verbracht. Von Theateraufführungen über Faschingsfeiern und Sängertreffen bis zu Weihnachtsfeiern und Geburtstagen.

Oft war es schon früher Morgen bis der letzte Sänger nach Hause ging.

Der MGV Frohsinn will nicht vergessen sich bei Frau Meyer und Familie Günther zu bedanken. Sie haben stets ein offenes Ohr für uns und erfüllen uns jeden Wunsch.

Wir fühlen uns wohl in unserem Vereinslokal.

Verfasser: Walter Winter

Blick in die Wassermungenauer Geschichte

Die vorgeschichtlichen (wahrscheinlich spätbronzezeitlichen) Funde im “Möslein“ aus den 6Oer Jahren (leider noch immer nicht ausgewertet), die frühmittelalterliche Fernstraße von Norden nach Süden, die auf der linken Rezatterrasse verlief, sowie der Name “Altstat“ (um 810 belegt, später verloren gegangen) für die Siedlung auf dieser Seite des Flusses deuten darauf hin, dass der ältere Teil von Wassermungenau auf dem linken (östlichen) Ufer der Fränkischen Rezat zu suchen ist.

Frühere Deutungen des Ortsnamens als “Mönchsau“ oder “Aue des Ramung“ waren aus sprachlichen Gründen nicht haltbar. Aus dem Jahre 1969 stammt die Erklärung als “Siedlung zur breiten Aue am Wasser“.

Nun legt ein bekannter Schwabacher Heimatforscher (Heinrich Schlüpfinger) mit überzeugenden Gründen eine neue Namensdeutung vor. Um 810 erhält der Regensburger Abtbischof Adalwin (792 – 816) für sein Spalter Benediktinerklösterchen zum Heiligen Erlöser die Kirche, Grund und Boden, Felder und Wiesen, Gewässer und Mühlen, Häuser und Scheunen zu “Wolfmuntingas“ als Schenkung. Somit ergibt sich für den rechten (westlichen) Ortsteil von Wassermungenau die Erklärung als “Siedlung des Wolfmunt“, wobei die Endung -as auf romanische Einflüsse hinweist. Der erste Teil des Personennamens Wolfmunt ist vermutlich später verloren gegangen und geblieben ist nur “Muntingas“. Durch Zusammenziehung und Verschleifung sind die mundartliche Form “Mummela“ und der schriftsprachliche Ausdruck “Mungenau“ (erstmals für beide Ortsteile 1142 belegt) entstanden.

Um 1189 weiht der Eichstätter Bischof Otto die Kirche zu Mungenau. Die eichstättischen Besitzungen rechts der Rezat umfassten um 1300 zwei Huben, zwei Lehen, elf weitere Hofstätten, darunter die des Müllers, des Bäckers, des Maurers, des Schusters, des Gerbers und des Schmiedes. Um 1580 gehörten dem Bischof eine Erbschenke (“Zum Stern“), eine Schmiede, eine Mühle, drei Höfe, ein Haibhof, drei Gütlein, fünf Nebengütlein und ein Frühmeßhaus. Zu den markgräflichen Besitzungen im rechten Ortsteil zählten später die Kirche, der Pfarrhof, das Schulhaus und das Badhaus. Das Bild der Besitzverhältnisse wurde noch bunter, als auch Nürnberger Klöster, Stiftungen und Bürger dort Güter und Höfe erwarben. Abwechselnd von Jahr zu Jahr übten die Vertreter des Markgrafen und des Bischofs den Kirchweihschutz aus.

Das Wassermungenau links (östlich) der Rezat, das um 810 mit “Altstat“ und “Turunfeld“ bezeichnet wird, hatte sein Zentrum im alten Meierhof und mittelalterlichen Herrenhof der Herren von Mungenau (heute Wirtschaft “Zur goldenen Krone“). Nach dem Aussterben dieses Geschlechtes verschob sich das Gewicht aus diesem Ortsteil zugunsten des neu errichteten Herrensitzes in Dürrenmungenau.

Auf der linken (östlichen) Seite stand im Stiftskapitel Spalt der große und der kleine Zehnt zu; auf der anderen Seite erhielt es davon nur ein Drittel, die anderen beiden Drittel gingen an die Pfarrei Windsbach. Es gab im Ort markgräfliche und eichstättische Backhäuser, Wirtshäuser, Mühlen und Schmieden auf engem Raum nebeneinander, so dass es an rechtlichen, wirtschaftlichen und religiösen Spannungen und Konflikten nicht fehlte.

Kirche und Schule prägten das dörfliche Leben. Die erste Kirche, dem Heiligen Andreas (Patron der Fischer) geweiht, stand westlich der eichstättischen Mühle. Sie war hochwassergefährdet und erwies sich im Laufe der Zeit als zu klein. Es dauerte lange, bis Wassermungenau nach der Reformation zur evangelisch—lutherischen Pfarrei (1728) erhoben wurde und ein Pfarrhaus (1729) erhielt. Bemerkenswerte Bauleistungen der Kirchengemeinde waren die Errichtung der großräumigen neuromanischen Pfarrkirche (1846 – 1853) auf der hochwassersicheren Rezatterrasse und ihre aufwendige Außenrenovierung in der jüngsten Zeit (1973/7i~). Der neue Friedhof aus dem Jahre 1887 wurde 1956 durch eine Leichenhalle ergänzt. Vor der Reformation gehörte der Ort zum Dekanat Ober(Wolframs)eschenbach, nachher zu Schwabach und seit 1810 zu Windsbach.

Mit dem Jahre 1591 beginnt die Schulgeschichte. Das Frühmeßhaus diente als erstes Schulhaus und auch als Lehrerwohnung. Im Jahre 1866 entstand neben der Kirche ein neues Schulhaus in der damals üblichen Sandsteinbauweise, das 1923 durch einen Neubau an der Gunzenhauser Straße und dieser wiederum durch eine moderne Schule 1967 abgelöst wurde.

Seit ca. 166o führt die “Land— und Commerzialstraße“ (heute B 466) von Nürnberg nach Ulm durch den Ort. Das veranlasste 1681 den Gastwirt “Zum goldenen Lamm“, Tobias Neber, sich um die Stelle eines kaiserlich-thurn— und taxis‘schen Posthalters zu bewerben, die er dann auch erhielt. Als sein Sohn Friedrich und sein Stiefbruder Conrad Schuler das Gasthaus umbauten, ließen sie der alten Kirche den barocken. Hauptaltar zukommen, der dann in die neue Kirche übernommen wurde. Im Jahr 1747 errichtete Paul Schuler (das ist die dritte Generation) gegenüber der alten Wirtschaft und Posthalterei das neue Gebäude, dessen ursprünglicher Name “Zum Adler“ sich erst nach 1808 “Zur Post“ wandelte. Die Träume, durch eine Verbindung der Stichbahnen nach Spalt und Windsbach einen Anschluss an den Eisenbahnverkehr zu erreichen, gingen nicht in Erfüllung. Ein Trostpflaster war die Eröffnung der Motorpostlinie Roth-Abenberg-Wassermungenau-Windsbach (1910) und der Linie Schwabach—Wassermungenau (1913).

Das 19. Jahrhundert brachte keine wesentlichen Strukturveränderungen. Das ansässige Gewerbe zeigte 1856 noch große Vielfalt: ein Bader, drei Brauer, fünf Gasthäuser, ein Metzger, zwei Schmiede, zwei Müller, zwei Büttner, ein Spezereiwarenhändler, vier Leineweber, ein Lohnrößler, ein Maurermeister, ein Sägmüller, ein Säckler, vier Schneider, drei Schuster, ein Seiler, zwei Wagner, eine Hebamme.

Mit dem Ende der Zugehörigkeit zum Fürstentum Ansbach (1417 – 1792), dem kurzen preußischen Intermezzo (1782 — 1806) und dem Übergang an Bayern (1806) war eine politische Flurbereinigung vollzogen. Verwaltungsmäßig gehört Wassermungenau zuerst zum Landgericht Heilsbronn (1808-1862), zum gleichnamigen Bezirksamt (1862-1880), dann zum Bezirksamt bzw. Landkreis Schwabach (1880-1972) und zum Landkreis Roth (ab 1972).

Das 20. Jahrhundert, vor allem die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, brachte wie überall entscheidende Veränderungen. Das Fränkische Überlandwerk übernahm die Stromversorgung, die seit 1916 die Kunstmühle Georg Weißmann betrieben hatte. Die durch die Mechanisierung der Landwirtschaft freigesetzten Arbeitskräfte fanden als Pendler auswärts Beschäftigung. Zwei Bauwerke, wenn auch architektonisch nicht besonders gelungen, zeigen die Veränderungen im landwirtschaftlichen Bereich an: die Hopfenpflückmaschinenhalle (1956) und die Kartoffelbrennerei (1973). In einem bisher unbekannten Ausmaß weitete sich das Siedlungsgebiet am “Möslein“, am Spalter und Beerbacher Weg sowie zwischen Gunzenhauser und Windsbacher Straße aus. Die Situation am lokalen Arbeitsmarkt verbesserte die im Gelände unauffällig untergebrachte Ansiedlung des Champignonkulturen-Betriebes Ferdinand Dohine aus den Jahren 1970/71. Die Vorbedingung für eine weitere Bautätigkeit war die Errichtung einer mechanisch—biologischen Kläranlage (1974), das letzte Werk der alten Gemeinde.

Die jüngsten Maßnahmen auf dem Straßenbausektor haben dem dörflichen Ortsbild weitere Tribute abverlangt. Der Bau der Maschinenhalle des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Reckenberggruppe (Sitz Gunzenhausen) in der Zeit von 1978 bis 1980 hat zwar das Kernstück dieser Ringleitung nach Wassermungenau, nicht aber eine Bereicherung des Siedlungsbildes gebracht, das zudem durch die gedankenlose Übernahme städtischer und vorstädtischer Bauelemente in den neuen Ortsteilen viel von seiner ursprünglich ländlichen Eigenart eingebüßt hat.

Was sich früher wegen der konfessionellen Unterschiede und wegen der Entfernung kaum Jemand vorstellen konnte, trat 1978 ein, nämlich die Auflösung der Gemeinde Wassermungenau und ihre Einbeziehung in die Stadt Abenberg. Sicher war die alte Gemeinde bürgernäher, auch genügend leistungsfähig und zudem sparsamer in der Verwaltung, aber dies alles reichte nach den Richtlinien und Maßstäben der Gebietsreform für eine weitere Selbständigkeit nicht aus, und andere Lösungsmöglichkeiten boten sich nicht an.

So stellt das Jahr 1978 einen tiefen Einschnitt in die Geschichte des Ortes dar. “Inmitten einer schönen Au, liegt mein Heimatdörfchen Wassermungenau!“ Ist es noch das alte, idyllische Dorf von früher, wie es im Heimatlied so apostrophiert wird? Wohl kaum mehr. Sicher kann man nicht krampfhaft die alte Zeit festhalten, aber man kann Bewährtes und Gediegenes in die neue Zeit hinüberführen. Und hier liegt eine Aufgabe der ortsansässigen Vereine, die dörfliche Verbundenheit, altes Brauchtum und aktiven Bürgersinn bewahren sollten, um nicht gesichtslos zu werden und angestammte dörfliche Eigenart zu verlieren.

Dr. Willi Ulsamer
1. Vorsitzender des Heimatvereins Spalter Land e.V. und Heimatpfleger des Landkreises Roth

(Die Forschungen Heinrich Schltipfingers zur Frühgeschichte des Abenberger-Wassermungenau und Spalter Landes, die hier ganz kurz angedeutet sind, sind im Laufe des Jahres 1981 gesondert im Druck erscheinen – vgl. Heft 20 des Heimatvereins Spalter Land e.V.)